Springe zum Inhalt

Habt Ihr auch bemerkt, dass sich mit der Zeit das Gefühl für Wochenenden ändert?
Komisch ist das schon. Das Wochenende liegt immer noch hinter Donnerstag und vor Montag, aber es fühlt sich mittlerweile anders an.
War es früher soooo lange noch hin und die Woche gähnend lang, so ist es jetzt doch schneller da (und leider auch schneller rum), und ich zumindest frage mich, wo die Zeit geblieben ist.

Wenn das so weitergeht, dann bin ich irgendwann mal 70 und jeder Tag ist Wochenende,
weil ich dazwischen nichts mehr mitbekomme.
Hey, könnte eine geile Idee sein, wenn da nur nicht das Problem mit der leidigen Verwandschaft wäre. Oder der zwangsadoptierten Verwandschaft (des Partners).
Wenn die jetzt alle 7 Tage nerven, dann habe ich das mit 70 jeden gruseligen Tag, den ich noch lebe. *Brrrr. Nette Aussichten, oder?

Mal überlegen:
Vielleicht muss ich die Woche einfach an einem Mittwoch anfangen lassen.
Sollte ich dann die Tage bis zum neuen Wochenende am Dienstag vergessen,
habe ich die bucklige Verwandschaft auch "mit"vergessen.
Hey, das klingt nach einem guten Plan.

Tja Wochenende. Mittlerweile, geschafft von der Woche, hängt man oft nur auf der heimischen Couch ab. Körperzellen sollen sich ja abnutzen, aber auch erneuern. Aber irgendwo muss im Erneuerungsprozess eine der Zellen falsch abgebogen sein. Wo bleiben meine Aktivitäts-Zellen? Die ich noch mit 20 hatte? Das Wochenende vollgepackt mit Events, dass dagegen die Woche nur abstinken konnte, weil es soviel Abwechlung im Job nicht gab.

Jetzt hol ich mir die Abwechslung, wie viele andere, mit der Glotze nach Hause.
Fernseh-Mikado.
Stillsitzen, konsumieren. Keine Bewegung (Snacks und Getränke sind von der Regelung ausgenommen). Wer zuerst nach der Fernbedienung greift, hat verloren.
So ruhig merkt man natürlich nicht den Unterschied zwischen der Woche und dem Wochenende und die Tage beginnen zu rennen. Immer schneller auf das Alter zu. Da hilft nur Ablenkung. Wer will schon in der Blüte seiner Jahre an deren Vertrocknen erinnert werden.
Ok. Also Fernsehen: Was gibt´s denn heute?

Man hat die Qual der Wahl, wenn es um einen guten Film geht. Jeder Sender haut am Wochenende die besten Stücke raus. Als wäre man immer nur an einer Sache interessiert.
Wie Schubladendenken, das mir schon immer verhasst war.
Agi mag Krimis, also darf sie keine romantische Komödie sehen (läuft zeitgleich).
Oder doch lieber eine Dokumentation über das Weltall? (Ist morgen immer noch da!)
Und der Animationsfilm von Pixa, den sie aber im Kino verpasst hat? (Nur für Kinder ... oder?)
Ehrlich: Manches Mal sehne ich mich zurück in die Zeit,
als es nur 3 (in Worten: drei) Fernsehprogramme gab.
Selbst da konnten Interessensüberschneidungen stattfinden,
aber es waren deutlich weniger.

Ausgehen sollte man wieder. Wie früher. Au ja.
Keine Programmwahl, nur die Frage des Kellners, was man trinken mag.
Passt die Musik nicht, hört man das schon auf der Straße und geht einfach weiter, ohne sich erst "reinhören" zu müssen.
Keine Verwandschaft, nur Freunde. Und die Option, noch mehr neue Freunde kennenzulernen, ohne von ihren geposteten Tellern genervt zu werden.
Echte Menschen, bei denen man sieht, ob sie lachen oder nur so tun als ob.
Seufz.

Auch das klingt nach einem Plan. Einem guten. So mach ich das.
In diesem Sinne ... Tschüss bis nächste Woche.